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title: WirkfaktorenvonTanz
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converted: 2026-02-23 16:05:24
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source: WirkfaktorenvonTanz.pdf
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# WirkfaktorenvonTanz
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## Page 1
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Die Psychotherapie
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vormals Psychotherapeut
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Schwerpunkt: Künstlerische Therapien – Originalien
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Psychotherapie2023·68:280–288
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https://doi.org/10.1007/s00278-023-00661-x
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Angenommen:16.März2023
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Onlinepubliziert:31.Mai2023
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©Der/dieAutor(en)2023
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Wirkfaktoren von Tanz- und
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Bewegungstherapie im
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klinischen Kontext
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EinepartizipatorischemultizentrischeStudie
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SophiaM.Estel 1,2 ·SabineC.Koch 2,3,4
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||
1 FachbereichPsychologie,ArbeitsgruppeKlinischePsychologie,Philipps-UniversitätMarburg,Marburg,
|
||
Deutschland
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2 ForschungsinstitutfürKünstlerischeTherapie n,AbteilungfürKünstlerischeTherapienund
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||
Therapiewissenschaften,AlanusHochschulefürK unstundGesellschaft,Alfter/Bonn,Deutschland
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3 FakultätfürTherapiewissenschaften,Masterst udiengangTanz-undBewegungstherapie,SRH
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HochschuleHeidelberg,Heidelberg,Deutschland
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4 UniversityofMelbourne,Melbourne,Australien
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In diesem Beitrag
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||
– Eine partizipatorische multizentrische
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Studie
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Klinische Stichprobe
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· Vorgehen ·
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Erhebungen und Messinstrumente·
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Datenanalyse ·Ergebnisse
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– Diskussion
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QR-Codescannen&Beitragonlinelesen
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Zusammenfassung
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In einer multizentrischen Wirkfaktorenstudie wurden 82 psychiatrische und
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psychosomatischePatient*innen zurWirkweise vonTanz-undBewegungstherapie
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(„dance movement therapy“, DMT) befragt. Hypothetisiert wurden (1) ein
|
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positiverEffektderDMTaufStress (gemessenmitdervisuellenAnalogskala,VAS),
|
||
Selbstwirksamkeitserwartung(SWE;gemessenmitderAllgemeinenSelbstwirksamkeits
|
||
Kurzskala, ASKU;Beierlein et al.2012)undWohlbefinden (WB; gemessen mit dem
|
||
HeidelbergStateInventory,HSI;Kochetal. 2016),(2)dieVorhersagederVeränderungen
|
||
der3OutcomesüberdieBehandlungszeit durchallgemeine psychotherapeutische,
|
||
künstlerisch-therapeutische sowietanz-undbewegungstherapeutische Wirkfaktoren
|
||
(dmt-WF). Explorativ wurde der selbstkonstruierte Fragebogen zu spezifischen
|
||
Wirkfaktoren derDMT(DMT-SF)psychometrisch untersucht.DieErgebnissezeigten
|
||
eine signifikante Verbesserung aller Outcomes mit großem Effekt (p<0,0001;
|
||
η
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p2=0,49).Die Veränderungen von Stress undWB konnten statistisch bedeutsam
|
||
durchdieallgemeinen psychotherapeutischen Wirkfaktoren vorhergesagt werden.
|
||
Für die DMT-SF-Skala ergaben sich zufriedenstellende Gütekriterien sowie eine
|
||
3-faktorielle Lösung mit den DimensionenEmbodiment, Konkretisierungund
|
||
Gespiegeltwerden(Varianzaufklärungvon61,28%).DiezusätzlichequalitativeAnalyse
|
||
dertextuellen Aussagen derPatient*innen über die Wirkweise von DMTbündelte
|
||
in einem thematischen Netzwerk eine Vielzahl von therapeutischen Wirkfaktoren
|
||
unter 6 globalen Themen. Die DMT wurde von der Hälfte der Patient*innen als
|
||
hilfreichste Therapieform im Behandlungsspektrum genannt. Es wurde deutlich,
|
||
dassdieDMTeinen bedeutsamen Beitrag alsintegrativ-medizinisches Verfahren im
|
||
klinischenKontextleistet.DesWeiteren legtendieErgebnissederDMT-SF-Skalanahe,
|
||
Embodiment(hierbesondersgekennzeichnetdurchInterozeption) alsGeneralfaktor
|
||
vonDMTsowieinBezugaufPsychotherapiei.Allg.stärkerzugewichtenundzukünftig
|
||
weiterzuuntersuchen.
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||
Schlüsselwörter
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||
Stress·Selbstwirksamkeit·PsychischesWohlbefinden·Embodiment·MixedMethods
|
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280 DiePsychotherapie4·2023
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Schwerpunkt
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Allgemeine Wirkfaktoren
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von Psychotherapie (CF)
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Gemeinsame Wirkfaktoren
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der künstlerischen
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Therapien (JF)
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Spezifische Wirkfaktoren von Kunsttherapie (A T-SF)
|
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Spezifische Wirkfaktoren von Tanz-und Bewegungstherapie (DMT-SF)
|
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Spezifische Wirkfaktoren von Dramatherapie/Psychodrama (DT/PD-SF)
|
||
Spezifische Wirkfaktoren von Musiktherapie (MT-SF)
|
||
Abb. 1 8TherapeutischeWirkfaktorenderkünstlerischenTherapien. AT„arttherapy“,CF„common
|
||
factors“,DMT„dancemovementtherapy“,DT„dramatherapy“,JF„jointfactors“,MT„musictherapy“,
|
||
PD„psychodrama“,SF„specificfactors“.(NachDeWitteetal.2021)
|
||
Tanz- und Bewegungstherapie („dance
|
||
movement therapy“ , DMT) aktiviert Wirk-
|
||
faktoren (WF) von Psychotherapie, Kunst
|
||
und Bewegung. Die Fragestellung der
|
||
vorgestellten Studie „Kann die DMT,
|
||
indem sie diese WF aktiviert, die ge-
|
||
sundheitsbezogenen psychologischen
|
||
Outcomes erlebter Stress, Selbstwirk-
|
||
samkeitserwartung (SWE) und Wohlbe-
|
||
finden (WB) verändern?“ wurde mithilfe
|
||
einer umfragebasierten partizipatori-
|
||
schen multizentrischen Studie beant-
|
||
wortet. Die Teilnehmenden konnten
|
||
präzise beschreiben, was für sie in der
|
||
DMT hilfreich war, und erwiesen sich in
|
||
ihrer Rolle als Forschungsbeteiligte im
|
||
Rahmen partizipativer Gesundheitsfor-
|
||
schung.
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||
Einleitung
|
||
Zunehmende Wirksamkeitsnachweise
|
||
(Koch et al. 2014, 2019)d e u t e na u f
|
||
eine breite Wirkung der Tanz- und Bewe-
|
||
gungstherapie („dance movement ther-
|
||
apy“, DMT) hin. Die Ergebnisse dieser
|
||
Wirksamkeitsnachweise beziehen sich
|
||
auf alle randomisierten kontrollierten
|
||
Studien (RCT) im Feld der DMT und
|
||
Tanzinterventionen, die zwischen 1996
|
||
und 2018 veröffentlicht wurden. Sie zei-
|
||
gen für 14 verschiedene Populationen
|
||
u.a. einen signifikanten (sign.) Rückgang
|
||
von Depression und Angst sowie einen
|
||
sign. Anstieg von Wohlbefinden (WB)
|
||
und Lebensqualität. Dies ermöglicht zum
|
||
einen, Hypothesen über generelle Wirk-
|
||
faktoren (WF) der DMT aufzustellen, zum
|
||
anderen werden die Theoriebildung und
|
||
systematische Testungspezifischtanzthe-
|
||
rapeutischer WF angeregt (Koch 2017).
|
||
„Wodurch wirkt die DMT?“, lautet deshalb
|
||
die aktuelle Forschungsfrage der Studie.
|
||
Nach Koch und Bräuninger ( 2020)
|
||
führt die DMT in ihrer Praxeologie Vor-
|
||
teile von Tanz und Bewegung mit denen
|
||
der psychotherapeutischen Behandlung
|
||
sowie der kreativen, künstlerisch-schöp-
|
||
ferischen Aktivität zusammen. Die DMT
|
||
aktiviert therapeutische WF von Psycho-
|
||
therapie, Kunst und Bewegung. DeWitte
|
||
etal.(2021)differenziereninihremScoping
|
||
Review – eine hypothesengenerierende
|
||
Übersicht empirischer Studien zu WF der
|
||
künstlerischen Therapien (KüTh;k=67) –
|
||
allgemeineWFvonPsychotherapie(„com-
|
||
mon factors“), gemeinsame WF der KüTh
|
||
(„joint factors“) und spezifische WF („spe-
|
||
cific factors“) der jeweiligen Disziplin der
|
||
KüTh, darunter der DMT (
|
||
. Abb. 1).
|
||
InBezugaufdasZusammenspieldieser
|
||
Typen von WF lässt sich auf Grawe et al.
|
||
(1994)undderenAnnahme referenzieren,
|
||
dass die konzeptuell verschiedenen WF
|
||
im therapeutischen Vorgehen nicht von-
|
||
einander getrennt sind, sondern die Ef-
|
||
fektivität der allgemeinen WF, vermittelt
|
||
über das konkrete Handeln, das von spe-
|
||
zifischenWirkannahmen bestimmtist,zu-
|
||
standekommt.AllgemeineWFnachGrawe
|
||
etal.(1994)sind:1)Problemaktualisierung,
|
||
2) Ressourcenorientierung, 3) therapeuti-
|
||
scheKlärung,4)Problembewältigungund
|
||
5) therapeutische Allianz.
|
||
Bezüglichkünstlerisch-therapeutischer
|
||
WFexistierteineVielzahlvonz.T.empirisch
|
||
basiertenAnnahmen(Gruber 2008;Oepen
|
||
und Gruber2014). Des Weiteren gibt es
|
||
eine Theorie über 5 Cluster therapeuti-
|
||
scher Wirkmechanismen: (a) Hedonismus,
|
||
(b) Ästhetik, (c) Symbol/nonverbale Be-
|
||
deutungsgestaltung, (d) enaktiver Über-
|
||
gangsraum und (e)Generativität (Produk-
|
||
tivität,Gestaltungbzw.Kreation)vonKoch
|
||
(2017),umdiezahlreichen undteilsbelie-
|
||
big aufgeführten WF in aktive und rezep-
|
||
tive Faktoren zu systematisieren. DeWitte
|
||
etal.( 2021)formulieren19Domänenem-
|
||
pirischgefundenertherapeutischerWFfür
|
||
die KüTh, wobei die am stärksten gewich-
|
||
teten WF Embodiment, Konkretisierung
|
||
und Symbol/Metapher gemeinsame WF
|
||
der KüTh sind.
|
||
Die Auseinandersetzung mit spezifisch
|
||
tanz- und bewegungstherapeutischen
|
||
(dmt-)WF wird seit einigen Jahren in
|
||
theoretischen Forschungsarbeiten (z.B.
|
||
Koch 2017), Auflistungen von Wirkan-
|
||
nahmen (z.B. Acolin 2016;K o c hu n d
|
||
Eberhard-Kaechele 2014; Tschacher et al.
|
||
2014) sowie deren systematischen Tes-
|
||
tungenvorangetrieben. WieDeWitte etal.
|
||
(2021)zusammenfassen,istbesondersder
|
||
nonverbale Charakterder DMT ein her-
|
||
vorstechenderWirkfaktor(Mannheimetal.
|
||
2013;S h i m2015), wodurch körperliche
|
||
Erfahrungen(Chyle et al.2020)e v o z i e r t
|
||
sowie die Wahrnehmung und Flexibi-
|
||
lisierung des Körpers(Mannheim et al.
|
||
2013;S h i m2015) geschult werden. Zu-
|
||
dem sind die eigeninitiierteAktivitätund
|
||
sensorische Beteiligung, Emotionsregu-
|
||
lationund die aus deraktivenExpression
|
||
resultierende „agency“ und Probehan-
|
||
delnwichtigeWirkkomponenten(DeWitte
|
||
et al.2021; Koch und Bräuninger2020).
|
||
In der Arbeit von Mehling et al. (2011)
|
||
zeigt sich, dass die Körperwahrnehmung
|
||
einen zentralen Aspekt der verkörperten
|
||
Selbstwahrnehmung bildet. Die eigene
|
||
Verkörperung in Aktion sowie Interaktion
|
||
mit der Umwelt wahrzunehmen, ent-
|
||
spricht dem Bestreben von Organismen
|
||
nach Selbstorganisation und Ganzheit
|
||
(Varela und Maturana1980;D eJ a e g h e r
|
||
und Di Paolo 2007), in die Körper und
|
||
Geist integriert sind undin denen sie mit-
|
||
einander interagieren. Die Körper-Geist-
|
||
DiePsychotherapie4·2023 281
|
||
## Page 3
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||
Schwerpunkt: Künstlerische Therapien – Originalien
|
||
Verbindung, als Embodiment bezeich-
|
||
net, durch therapeutische Handlungen
|
||
zu bestärken, wird als zentrales Ziel der
|
||
DMT verstanden. Die Fragestellung der
|
||
Studie lautete: Kann die DMT, indem sie
|
||
WF der 3 Richtungen Psychotherapie,
|
||
Kunst und Bewegung aktiviert, zu einer
|
||
Veränderung der gesundheitsbezogenen
|
||
psychologischenOutcomeserlebterStress,
|
||
Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) und
|
||
WB beitragen?
|
||
Dem Mixed-Methods-Ansatz folgend
|
||
können einerseits mithilfe quantitativer
|
||
MethodenbisherigeErgebnissezueviden-
|
||
tendmt-WFempirischüberprüft,anderer-
|
||
seits anhand qualitativer Methoden neue
|
||
Informationen bezüglich der Wirkweise
|
||
der DMT explorativ generiert werden. Da
|
||
die DMT zumeist im klinischen Kontext
|
||
zur Anwendung kommt, ist die Erhebung
|
||
dortangesiedelt undermöglichteinepra-
|
||
xisbezogene, naturalistische Forschung.
|
||
Dabei steht die Sicht der Patient*innen
|
||
im Fokus, was auf dem partizipativen
|
||
AnsatzderGesundheitsforschung (Wright
|
||
2013) gründet und neben der objektiven
|
||
Veränderungsmessung von relevanten
|
||
Zielparametern therapeutischer Behand-
|
||
lung einen bedeutsamen Aspekt von
|
||
Therapieerfolgdarstellt.BisherigeStudien
|
||
deuten darauf hin, dass DMT zur Stress-
|
||
reduktion (Bräuninger 2006)s o w i ez u r
|
||
Steigerung vonSWundWB(Wiedenhofer
|
||
und Koch2017)beiträgt; diese Parameter
|
||
wurden auch in der vorliegenden Studie
|
||
als Outcome-Kriterien gewählt.
|
||
Es wurde angenommen, dass: 1) DMT
|
||
zur Abnahme von erlebtem Stress sowie
|
||
zum Anstieg von SWE und WB führt (Hy-
|
||
pothese 1), und 2) die erwartete positi-
|
||
ve Veränderung der 3 Outcomes sich je-
|
||
weilsdurchdieAusprägungvonallgemein
|
||
psychotherapeutischen, künstlerisch-the-
|
||
rapeutischensowiespezifischdmt-WFvor-
|
||
hersagen lässt (Hypothese 2).
|
||
Zudem wurde der selbstkonstruierte
|
||
Fragebogen namensDMT-SF-SkalazurEr-
|
||
fassung der dmt-WF psychometrisch und
|
||
faktorenanalytisch untersucht. Schließlich
|
||
diente eine qualitative Befragung der ex-
|
||
plorativen, partizipatorischen Erhebung
|
||
der Wirkweise der DMT.
|
||
Eine partizipatorische
|
||
multizentrische Studie
|
||
KlinischeStichprobe
|
||
Es wurden eine klinische Stichprobe von
|
||
82 Patient*innen (57 weiblich, 24 männ-
|
||
lich, eine Person o.A.; alle kaukasischer
|
||
Abstammung, außer einer Person afrika-
|
||
nischer Abstammung) mit einem durch-
|
||
schnittlichen Alter von 43 Jahren (SD
|
||
±13 Jahre; Range 19 bis 66 Jahre) zu
|
||
Beginn und am Ende ihrer psychothe-
|
||
rapeutischen Behandlung befragt. Sie
|
||
erhielten eine DMT, eingebettet in ein
|
||
multimodales Behandlungsangebot im
|
||
tagesklinischen (3,7%), teilstationären
|
||
(24,4%) oder stationären (72%) klini-
|
||
schen Kontext. Die Behandlungsdauer
|
||
reichte von 4 bis 12 Wochen oder länger
|
||
und betrug durchschnittlich 8 Wochen
|
||
(M=7,8 Wochen; SD ±2,2 Wochen). Hin-
|
||
sichtlich der klinischen Charakteristika
|
||
gaben im Rahmen der Selbstauskunft
|
||
41,25% der Patient*innen eine einzelne
|
||
psychische Erkrankung als Diagnose an,
|
||
58,75% nahmen entsprechende Mehr-
|
||
fachnennungen vor. Vorwiegende Leiden
|
||
in der Stichprobe waren durch eine af-
|
||
fektive Symptomatik (70%), Diagnose
|
||
im Bereich der neurotischen, Belastungs-
|
||
und somatoformen Störungen (66,25%)
|
||
und posttraumatische Belastungsstörung
|
||
(PTBS; 17,5%) sowie allgemeine psycho-
|
||
somatische Symptomkomplexe gekenn-
|
||
zeichnet. In die Studie eingeschlossen
|
||
wurden volljährige Patient*innen mit
|
||
jeglichen psychischen und Verhaltensstö-
|
||
rungen(F00–F99;KapitelVder10.Version
|
||
der internationalen statistischen Klassifi-
|
||
kation der Krankheiten und verwandter
|
||
Gesundheitsprobleme, ICD-10)undguten
|
||
Deutschkenntnissen, die während ihrer
|
||
Behandlung in einer (a) psychiatrischen,
|
||
(b) psychosomatischen oder (c) rehabili-
|
||
tativen Klinik mindestens einmal pro Wo-
|
||
che fortlaufend DMT-Gruppentherapie in
|
||
Anspruch genommen hatten. Ausschluss-
|
||
kriterium war weniger als 3 absolvierte
|
||
DMT-Sitzungen. Die Ethik-Kommission
|
||
der Philipps-Universität Marburg gab der
|
||
Studie ein positives Votum (Aktenzeichen
|
||
2021-06k).
|
||
Vorgehen
|
||
Die Studie wurde an 7 Gesundheitsein-
|
||
richtungen in Deutschland durchgeführt.
|
||
DieDMT-Interventionenhieltendieansäs-
|
||
sigen8TanztherapeutInnenab,vondenen
|
||
6 vom Berufsverband der Tanztherapeut-
|
||
Innen Deutschlands (BTD) e.V. zertifizier-
|
||
te Ausbildungen nachwiesen. Bei Interes-
|
||
se an einer Studienteilnahme wurden die
|
||
Patient*innen über Ziele und Ablauf der
|
||
Studie informiert, über Aspekte des Da-
|
||
tenschutzes aufgeklärt und unterzeichne-
|
||
ten eine Einverständniserklärung bezüg-
|
||
lichderFreiwilligkeitderStudienteilnahme
|
||
sowie der Möglichkeit des Rücktritts. Zu
|
||
Beginn(t0)undamEnde(t1)ihrerDMT-Be-
|
||
handlung füllten die Studienteilnehmen-
|
||
deneinenkurzenFragebogeninPapierver-
|
||
sionaus,derdie3Outcomeserfasste.Die-
|
||
ser wurde von den jeweiligen Tanzthera-
|
||
peut*innenimRahmenderDMT-Gruppen-
|
||
sitzungen ausgehändigt und nach 5-mi-
|
||
nütigerBearbeitungsdauereingesammelt.
|
||
AmEndederBehandlungerhieltendieStu-
|
||
dienteilnehmenden zudem einen Link zu
|
||
einer Online-Befragung (t2), die auf dem
|
||
Web-Portal Unipark.com zugänglich war.
|
||
Dort wurde ein umfangreicher Fragebo-
|
||
genkatalogpräsentiert;diesererfasstene-
|
||
ben den WF diverse Hintergrundinforma-
|
||
tionen.DieBearbeitungsdauerderOnline-
|
||
Befragungbetrugetwa30min.DieDaten-
|
||
erhebung fand vom 01.03.2021 bis zum
|
||
15.07.2021 statt.
|
||
ErhebungenundMessinstrumente
|
||
Standardisierte Messinstrumente werden
|
||
im Folgende lediglich benannt; für ge-
|
||
nauere Informationen: Estel (2021).
|
||
QuantitativeMethoden
|
||
Erlebter Stress wurde mithilfe der visuel-
|
||
len Analogskala (VAS) nach der Vorlage
|
||
von Faiz (2014) und SWE mithilfe der
|
||
Allgemeinen Selbstwirksamkeits Kurzska-
|
||
la (ASKU; Beierlein et al. 2012) erfasst.
|
||
Anhand des Heidelberg State Invento-
|
||
ry (HSI; in der Version von Koch et al.
|
||
2016)erfolgte die Erhebung vonWB über
|
||
24 Items und auf den 6 DimensionenAn-
|
||
spannung, depressiver Affekt, positiver
|
||
Affekt, Ängstlichkeit, Vitalität und Be-
|
||
wältigungsfähigkeitbzw.Resilienz.Nach
|
||
dem einleiten Satzanfang „Ich fühle mich
|
||
282 DiePsychotherapie4·2023
|
||
## Page 4
|
||
Schwerpunkt
|
||
Tab. 1 DeskriptiveStatistikderOutcomes(M±SD)inPrä-undPosttest, n=82
|
||
Outcomes VAS ASKU HSI
|
||
Prätest(t0) 6,68±1,79 2,71±0,79 2,73±0,86
|
||
Posttest(t1) 4,98±2,14 3,25±0,79 3,48±0,88
|
||
ASKU Allgemeine Selbstwirksamkeits Kurzskala (Beierlein et al. 2012),HSI Heidelberg State Inven-
|
||
tory (Koch et al. 2016),M Mittelwert,SD Standardabweichung,t0 Prätest,t1 Posttest,VAS visuelle
|
||
Analogskala
|
||
im Moment ...“ wird eine Liste mit Ad-
|
||
jektiven zum Befinden (z.B. entspannt,
|
||
kraftvoll, ängstlich) aufgeführt. Die Items
|
||
werden mit Hilfe einer 5-stufigen, end-
|
||
verbalisierten Likert-Skala (1: trifft nicht
|
||
zu und 5: trifft genau zu) beantwortet.
|
||
Die internen Konsistenzen in vorherigen
|
||
Studien, Cronbachs α, betrugen zwischen
|
||
0,68 und 0,94.
|
||
Die allgemeinen WF von Psychothera-
|
||
piewurdenunterZuhilfenahmedesFrage-
|
||
bogens zum Erlebenvontherapeutischen
|
||
Prozessen in der Gruppe (FEPiG; Vogel
|
||
etal. 2016)erhoben.ZurErfassungderWF
|
||
v o nK ü T hk a md i eA c t i v eF a c t o r so fC r e a -
|
||
tive Arts Therapies Scale (AF-CATs; Koch
|
||
2020a)zum Einsatz. Ein Beispiel-Item lau-
|
||
tet:„WarenSieinnerlichbewegt/berührt?“.
|
||
Beantwortetwirdaufeiner6-stufigen,end-
|
||
verbalisierten Likert-Skala (1:überhaupt
|
||
nicht und 6: sehr stark). Bei einer Pro-
|
||
betestung mit Studierenden des Master-
|
||
studiengangsTanztherapie derSRHHoch-
|
||
schuleHeidelberg, die2DMT-Interventio-
|
||
nen absolvierten, wurde einCronbachsα
|
||
von 0,95 und 0,96 erreicht. Zur Erfassung
|
||
der spezifischen dmt-WF wurde, basie-
|
||
rend auf bisherigen Studienergebnissen,
|
||
einFragebogennamensDanceMovement
|
||
Therapy – Specific Factors Scale (DMT-SF)
|
||
selbst entwickelt. Der DMT-SF erhebt die-
|
||
se über retrospektive Selbstauskunft und
|
||
umfasst 24 Items. Beispiel-Items lauten:
|
||
„Wenn Sie an die DMT zurückdenken, in-
|
||
wiefern haben Sie Zugang zu Ihrem Kör-
|
||
per finden können?“ oder „... inwiefern
|
||
konntenSieetwasBedeutungsvollemeine
|
||
Form/einen Ausdruck geben?“. Beantwor-
|
||
tet wird auf einer 6-stufigen, endverba-
|
||
lisierten Likert-Skala (1:überhauptnicht
|
||
und 6:sehrstark). Bei einer Probetestung
|
||
mit 18 Studierenden des Masterstudien-
|
||
gangs Tanztherapie der SRH Hochschule
|
||
Heidelberg wurde nach einer DMT-Inter-
|
||
ventionein Cronbachsαvon0,93erreicht.
|
||
QualitativeMethoden
|
||
Es wurden krankheits- und behandlungs-
|
||
bezogene Informationen wie Diagnose,
|
||
Behandlungsdauer und -umfang, subjek-
|
||
tiv eingeschätzte Wirksamkeit der DMT,
|
||
derenBedeutungfürdenTherapieprozess
|
||
(Rangreihe erhaltener Therapieangebo-
|
||
te) sowie deren Effektivität auf einer 10-
|
||
stufigen Likert-Skala (1:garnicht bis 10:
|
||
sehr viel/sehr wichtig/sehr schnell/sehr
|
||
erfolgreich) erhoben. Drei anschließende
|
||
offene Fragen dienten (a) der subjektiven
|
||
Beschreibung der Wirkweise der DMT in
|
||
einemSatz,(b)einerbesondershilfreichen
|
||
Erfahrung im Umgang mit den eigenen
|
||
Problemen sowie (c) einer besonders
|
||
bereichernden Übung im Rahmen der
|
||
DMT.
|
||
Datenanalyse
|
||
DieDaten derPatient*innen wurdeninei-
|
||
ner Experimentalgruppe (EG) für die Ana-
|
||
lyse zusammengefasst. Die statistischen
|
||
Berechnungen erfolgtenmithilfederSoft-
|
||
ware SPSS Statistics for Windows (Ver-
|
||
sion27.0)vonIBM
|
||
®Cooperation,Armonk,
|
||
NY.
|
||
Zur Überprüfung der H1 diente eine
|
||
einfaktorielle MANOVA mit Messwieder-
|
||
holung,bei derZeitalsInnersubjektfaktor
|
||
fungierte. Es wurden explorativ multiva-
|
||
riate Analysen der Kovarianz (MANCOVA)
|
||
mitdenDifferenzvariablender3Outcomes
|
||
berechnet, um den potenziellen Einfluss
|
||
der Variablen Alter, Geschlecht, Diagno-
|
||
se, absolvierte Sitzungsanzahl der DMT,
|
||
Beginn der Studienteilnahme, Wichtigkeit
|
||
sowie Wirksamkeit der DMT systematisch
|
||
zu untersuchen.
|
||
Die H2 wurden anhand multipler li-
|
||
nearerRegressionsanalysenüberprüft.Bei
|
||
diesen dienten jeweils die allgemeinen
|
||
psychotherapeutischen, die künstlerisch-
|
||
therapeutischensowiediespezifischdmt-
|
||
WF als Prädiktoren. Als Kriterium wurde
|
||
in Modell1die beobachtete Veränderung
|
||
von erlebtem Stress, in Modell 2 die be-
|
||
obachtete Veränderung von SWE und in
|
||
Modell 3 die beobachtete Veränderung
|
||
von WB festgelegt.
|
||
Zur Untersuchung der psychometri-
|
||
schen Gütekriterien wurde die DMT-SF-
|
||
SkalaeinerdeskriptivstatistischenAnalyse
|
||
sowieeinerexploratorischenFaktorenana-
|
||
lyse (EFA) unterzogen.
|
||
Für die qualitative Analyse der textu-
|
||
ellen Daten zur Wirkweise der DMT wur-
|
||
de diethematischeAnalyse (TA; Attride-
|
||
Stirling 2001; Braun und Clarke2006)g e -
|
||
wählt.DieTAzieltdaraufab,überverschie-
|
||
deneDatenquellenhinwegwiederkehren-
|
||
de Themen zu identifizieren, deren Bezie-
|
||
hung zueinander zu analysieren und als
|
||
thematischesNetzwerk grafischmitden3
|
||
hierarchischenAbstraktionsebenengloba-
|
||
leThemen, organisierende Themen sowie
|
||
Basisthemen darzustellen.
|
||
Ergebnisse
|
||
Mittelwerte (M) und Standardabweichun-
|
||
gen (SD) für die 3 Outcomes der EG über
|
||
die Zeit sind in. Tab. 1 abgetragen und
|
||
in . Abb. 2 grafisch dargestellt.
|
||
Im Hinblick auf die H1 ergab die
|
||
MANOVA mit Messwiederholung einen
|
||
sign.Haupteffekt fürdenInnersubjektfak-
|
||
tor Zeitmit F(3, 79)=24,99; p<0,0001,
|
||
ηp2=0,49. Erlebter Stress nahm über die
|
||
Behandlungszeit sign. ab, mitF(1, 81)=
|
||
46,16, p<0,0001, ηp2=0,36. SWE mit
|
||
F(1, 81)=46,25, p<0,0001, ηp2=0,36
|
||
und WB mitF(1, 81)=57,67, p<0,0001,
|
||
ηp2=0,42nahmen sign. über die Behand-
|
||
lungszeitzu.DieErgebnissederMANCOVA
|
||
zeigen, dass kein sign. Einfluss der unter-
|
||
suchten Kovariaten vorlag – außer einem
|
||
sign.EinflussdersoziodemografischenVa-
|
||
riableAlteraufdasWBmit F(1,57)=4,902,
|
||
p=0,031, η
|
||
p2=0,079, sowie des Beginns
|
||
der Studienteilnahme auf die SWE mit
|
||
F(1, 58)=4,95, p=0,030, ηp2=0,079.
|
||
Für die H2 zeigte sich anhand Mo-
|
||
dell 1 (R2=0,10, f2=0,18) und Modell 3
|
||
(R2=0,23, f2=0,38), dass die Verände-
|
||
rungen vonerlebtem Stress und WB sign.
|
||
durch die allgemeinen psychotherapeuti-
|
||
schen WF vorhergesagt wurden, während
|
||
die künstlerisch-therapeutischen sowie
|
||
dmt-WF keinen sign. Einfluss auf die
|
||
Veränderungen der beiden Ergebnisma-
|
||
ße hatten. Hinsichtlich der Veränderung
|
||
DiePsychotherapie4·2023 283
|
||
## Page 5
|
||
Schwerpunkt: Künstlerische Therapien – Originalien
|
||
0
|
||
1
|
||
2
|
||
3
|
||
4
|
||
5
|
||
6
|
||
7
|
||
8
|
||
9
|
||
10
|
||
VAS ASKU HSI
|
||
M
|
||
t0 t1
|
||
Abb. 2 8GrafischeDarstellungderOutcomesinPrä-undPosttest, n=82. ASKUAllgemeineSelbst-
|
||
wirksamkeitsKurzskala(Beierleinetal. 2012),HSIHeidelbergStateInventory(Kochetal. 2016),MMit-
|
||
telwert,SDStandardabweichung,t0Prätest,t1Posttest,VASvisuelleAnalogskala
|
||
der SWE konnte im Modell 2 (R2=0,22,
|
||
f2=0,35) keine sign. Vorhersagekraft der
|
||
3 Wirkfaktorenbereiche nachgewiesen
|
||
werden.
|
||
DieexplorativeUntersuchungderWirk-
|
||
weise der DMT ergab in Bezug auf die
|
||
quantitativen Daten zufriedenstellende
|
||
psychometrische Gütekriterien der DMT-
|
||
SF-Skala. Die Trennschärfen betrugen
|
||
ri(t=/i) =0,43–0,84 im angemessenen bis
|
||
ausreichenden Bereich. Die Item-Schwie-
|
||
rigkeit war mitpi zwischen 62 und 82,4
|
||
im leichten bis mittleren Bereich und die
|
||
Reliabilität mit Cronbachs α von 0,95
|
||
im exzellenten Bereich. Die Dimensions-
|
||
reduktion der DMT-SF Skala ergab eine
|
||
3-faktorielle Lösung, wobei insgesamt
|
||
61,28% der Varianz in den Daten auf-
|
||
geklärt wurden. Dabei erwies sich der
|
||
erste Faktor Embodiment als General-
|
||
faktor, da 36,36% der Varianzaufklärung
|
||
durch diesen erfolgten. Der zweite Faktor
|
||
Konkretisierung klärte weitere 16,66%
|
||
und der dritte FaktorGespiegeltwerden
|
||
klärte 8,26% Varianz in den Daten auf.
|
||
Die entlang der Dimensionen gebildeten
|
||
Skalen des DMT-SF ergaben Reliabilitäten
|
||
mit Cronbachsαzwischen 0,74 und 0,96
|
||
im akzeptablen bis exzellenten Bereich.
|
||
Die TA (
|
||
. Abb. 3) erbrachte hinsicht-
|
||
lich der Untersuchung der Wirkweise
|
||
der DMT eine umfangreiche Zahl von
|
||
Basisthemen, die sich unter den 6 glo-
|
||
balen Themen Kontakt mit sich selbst,
|
||
Gruppe,Therapeut*in,Medium,Themen
|
||
und Atmosphäre zusammenfassen lie-
|
||
ßen. Dabei erhielten die BasisthemenZu-
|
||
gangzuneuenErfahrungen (10), Selbst-
|
||
wahrnehmung (13), Körperwahrneh-
|
||
mung (24), Problemwahrnehmung (30),
|
||
Problembewältigung (21), Erkennenvon
|
||
Zusammenhängen/Erkenntnisse (32),
|
||
Loslassen (17) sowie Wahrnehmung
|
||
von Emotionen(20) und Ausdruckvon
|
||
Emotionen (18) die meisten Nennungen
|
||
(absolute Anzahl in Klammern) von den
|
||
Patient*innen.
|
||
Diskussion
|
||
In Übereinstimmung mit der H1 zeigten
|
||
sich positive Veränderungen von erleb-
|
||
temStress,SWEundWBüberdieBehand-
|
||
lungszeit. Dieser Effekt kann mangels ei-
|
||
ner Kontrollgruppe (KG) und Inanspruch-
|
||
nahmeanderertherapeutischerAngebote
|
||
imRahmendermultimodalenBehandlung
|
||
nichtalleinaufdieDMTzurückgeführtwer-
|
||
den.DerAnteilderDMTamBehandlungs-
|
||
erfolg kann jedoch als hoch eingeschätzt
|
||
werden, da die Hälfte der Patient*innen
|
||
die DMT als hilfreichste Therapie im Ver-
|
||
gleichzuandereninAnspruchgenomme-
|
||
nenTherapieangebotenbenannte.Auchin
|
||
der Kategorie zweithilfreichste und dritt-
|
||
hilfreichste Therapie lag die DMT direkt
|
||
hinter der psychotherapeutischen Einzel-
|
||
und Gruppentherapie. Weiterhin empfan-
|
||
den 74,1% der Patient*innen die DMT als
|
||
unabkömmlich für ihren gesamten The-
|
||
rapieprozess. Dabei sind ein Selbstselek-
|
||
tionsbias und ein Bias der sozialen Er-
|
||
wünschtheitkritischimAugezubehalten.
|
||
InBezugaufdieH2VorhersagederVer-
|
||
besserung von erlebtem Stress, SWE und
|
||
WBdurch die allgemeinen, gemeinsamen
|
||
künstlerisch-therapeutischen und spezifi-
|
||
schen dmt-WF ergab sich ein uneindeuti-
|
||
gesErgebnis.Zurückzuführenistdiesesauf
|
||
das Ein-Gruppen-Prätest-Posttest-Design
|
||
derStudie,einefürdieBerechnung zuge-
|
||
ringerPowerunddiehoheKorrelationder
|
||
MaßeAF-CATsundDMT-SF-Skala,dieeine
|
||
Voraussetzungsverletzung für die Berech-
|
||
nung darstellte. Letzteres deutet darauf
|
||
hin, dass die WF der KüTh und der DMT
|
||
in hohen Maße übereinstimmen und wo-
|
||
möglich konvergieren. Im Sinne einer Au-
|
||
genscheinvalidität weisen die ermittelten
|
||
Regressionskoeffizienten darauf hin, dass
|
||
die allgemeinen psychotherapeutischen
|
||
WF als Prädiktoren einen bedeutsamen
|
||
BeitragzurVarianzaufklärunginBezugauf
|
||
die Veränderung von erlebtem Stress und
|
||
WB leisten. Letzteres Ergebnis steht im
|
||
Einklang mitdenBefunden vonWampold
|
||
et al. (2018),nach denen die Therapieme-
|
||
thode nur einen geringen Anteil an der
|
||
VarianzaufklärungdesTherapieerfolgshat.
|
||
In Bezug auf die DMT-SF-Skala ergibt
|
||
die 3-faktorielle LösungEmbodiment als
|
||
Generalfaktor.DurchdieLadungderItems,
|
||
diedieInteraktion vonPsycheundKörper
|
||
operationalisieren und nach dem Einfluss
|
||
der Bewegungen auf Emotionen und Ko-
|
||
gnition fragen, wird deutlich, dass es sich
|
||
bei diesem weniger um ein klar abgrenz-
|
||
baresKonstrukthandelt,sondernvielmehr
|
||
um eine Embodiment-Perspektive (Tscha-
|
||
cherundStorch 2012).DieseEmbodiment-
|
||
Perspektive befasst sich mit der Einheit
|
||
von Körper und Geist sowie dem Körper-
|
||
feedback (der Rückwirkung des Körpers
|
||
auf Denken und Fühlen, z.B. Koch2011).
|
||
Darunter fallen Aspekte der Körperwahr-
|
||
nehmungsowiederEntspannung,inneren
|
||
Balance,desSpaßesundderLebendigkeit
|
||
sowie der Zweckfreiheit und Flexibilisie-
|
||
rung von Bewegung.
|
||
Laut Birbaumer und Schmidt (2002)
|
||
stützt die Psychophysiologie der Emotio-
|
||
nen dieEmbodiment-Befunde, indemdas
|
||
ErlebenderEmotionenerstnachderWahr-
|
||
nehmungperiphererkörperlicherReaktio-
|
||
284 DiePsychotherapie4·2023
|
||
## Page 6
|
||
Schwerpunkt
|
||
Wirk -
|
||
faktoren
|
||
Gruppe
|
||
Therapeut*in
|
||
Atmosphäre
|
||
Themen
|
||
Medium
|
||
Kontakt mit
|
||
sich selbst
|
||
Bewegung (3)
|
||
Gestaltung (2)
|
||
Musik
|
||
Wahrnehmung (24)
|
||
Leibgedächtnis (4)
|
||
als Ausdrucks-
|
||
mittel (4)
|
||
V ertrauen (2)
|
||
Umgang mit dem
|
||
Körper (2)
|
||
Lockerung der
|
||
Muskulatur (5)
|
||
Einsatz (16)
|
||
optische Dar-
|
||
stellung (4)
|
||
Wahrnehmung (4)
|
||
als Ausdrucks-
|
||
mittel (7)
|
||
Abläufe (2)
|
||
Freude an
|
||
Bewegung (2)
|
||
Selbstwahrnehmung (13)
|
||
Selbstbewusstsein (6)
|
||
Selbstvertrauen (3)
|
||
Selbstöffnung (4)
|
||
Zugang zu
|
||
Ressourcen (2)
|
||
Innere Haltung (3)
|
||
Sich-selbst -Wiederfinden (3)
|
||
Zugang zu neuen Erfahrungen (10)
|
||
Ganzheitlichkeit (5)
|
||
Konfrontation und
|
||
Auseinandersetzung (2)
|
||
Problem
|
||
Wahrnehmung (30)
|
||
Bewältigung (21)
|
||
Erkennen von Zusammenhängen/
|
||
Erkenntnisse (32)
|
||
Lernen von
|
||
Bewältigungsstrategien (8)
|
||
Umfokussieren/Ablenken (3)
|
||
Auseinandersetzung
|
||
mit V ergangenheit (3)
|
||
Regulieren (3)
|
||
Loslassen (17)
|
||
Spannungs-/Stressabbau (6)
|
||
Emotionen
|
||
Bedürfnisse
|
||
Grenzen
|
||
Wahrnehmung (20)
|
||
Ausdruck (18)
|
||
Verstehen (6)
|
||
Wahrnehmung (5)
|
||
Befriedigung (2)
|
||
Wahrnehmung (2)
|
||
Umgang (8)
|
||
Umsicht (2)
|
||
Eingehen auf
|
||
Patient*innen (6)
|
||
Verständnis (3)
|
||
Problemwahr-
|
||
nehmung (5)
|
||
Zuspruch (4)
|
||
Erklärungen/An-
|
||
merkungen (6)
|
||
Kompetenz (8)
|
||
entspannt (3)
|
||
sicher, geschützt (3)
|
||
Innere Ruhe (6)
|
||
Wohlbefinden (2)
|
||
Einlassen auf
|
||
die Therapie (4)
|
||
Freiheit (6)
|
||
Beziehung zu
|
||
Patient*innen
|
||
fachliche
|
||
Kompetenz
|
||
Person
|
||
Einfühlsamkeit (5)
|
||
Annäherung (7)
|
||
Perspektivenwechsel (5)
|
||
Haltung (5)
|
||
Körper (5)
|
||
Sein in der
|
||
Gegenwart (5)
|
||
Sicherheit,
|
||
Geborgenheit (5)
|
||
Vertrauen (4)
|
||
Einsatz von
|
||
Materialien (10)
|
||
wertfrei (3)
|
||
Sich-zeigen (4)
|
||
Selbstbe-
|
||
stimmung (7)
|
||
Abb. 3 8ThematischesNetzwerkzuWirkfaktorenderDMT, n=82.GlobaleThemen blauhinterlegteKreise ,organisierende
|
||
ThemenblauumrandeteKästen ,Basisthemen ohneUmrandung,(Zahl)absoluteAnzahlderKodierungen
|
||
nen ausgestaltet wird. Dies unterstreicht
|
||
die Bedeutung der Wahrnehmung. Damit
|
||
übereinstimmend zeigt sich, dass Items,
|
||
diesichaufdieWahrnehmungdesKörpers
|
||
oder auf den Zugang zum Körper bezie-
|
||
hen,ebenfallshochaufdemFaktorluden.
|
||
D i e sd e c k ts i c hm i td e nE r g e b n i s s e nv o n
|
||
Mannheimetal.( 2013),beidenen Körper-
|
||
undSelbstwahrnehmung als ein WF von
|
||
DMT identifiziert wurde. Demnach ist im
|
||
Kontext der Ergebnisse die Interozeption/
|
||
Fähigkeit, eigene Körpersignale wahrzu-
|
||
nehmen und ihnen ergebnisoffen zu fol-
|
||
gen, als bedeutsam für Embodiment zu
|
||
erachten.
|
||
Hier findet sich die inhaltliche Nähe
|
||
zur Körperpsychotherapie, bei der Embo-
|
||
diment als „ganzheitliches Erleben zu be-
|
||
trachten [ist], das umso tiefer, reicher und
|
||
genauerwird,jemehresmitdeninterozep-
|
||
tiven und propriozeptiven Wahrnehmun-
|
||
gen verbunden ist“ (Geuter2019, S. 426),
|
||
undbeidersichderspezifischekörperpsy-
|
||
chotherapeutische WF „Förderungdes Er-
|
||
lebens“alsinhaltsverwandt darstellt.Laut
|
||
Elliott et al. (2013) ist für therapeutische
|
||
Veränderung zentral, körperlich gefühltes
|
||
Erleben zu prozessieren und zu vertiefen.
|
||
In diesem Sinne kann Bezug genommen
|
||
werdenaufDeWitteetal.( 2021),dieEmbo-
|
||
dimentalseinzigartigen WFderKüThher-
|
||
vorheben. Dies wird dadurch begründet,
|
||
dassAktivitätundPhysikalitätimTherapie-
|
||
prozess der KüTh (z.B. sensorische Wahr-
|
||
nehmungvonMaterial undkünstlerischer
|
||
Kreation) die Verbindung zum Körper, die
|
||
Körperwahrnehmungsowieganzheitliche
|
||
Erfahrungen durch künstlerische Mittel in
|
||
denVordergrundstellenundverkörpertes
|
||
Erlebenfördernsowieaufgrund ihrer Res-
|
||
sourcenorientierungdieSWstärken(Koch
|
||
2017; Lange et al.2018). Die KüTh nutzt
|
||
zwar durch ihre künstlerische Arbeitswei-
|
||
se im Vergleich zu herkömmlichen ge-
|
||
sprächsbasierten Therapien Embodiment
|
||
in besonderem Maße, allerdings deuten
|
||
andereBefunde(DohrenbuschundScholz
|
||
2004;F i s h e re ta l .2011; Tschacher et al.
|
||
2007) darauf hin, dass Embodiment z.B.
|
||
als nonverbale Synchronie in der psycho-
|
||
therapeutischen Interaktion auftritt und
|
||
auch dort Körperhaltung, Gestik, Mimik
|
||
und Prosodieim Therapieprozess bedeut-
|
||
sameRollenspielen.Inwieferndadurchdas
|
||
Erleben vertieft wird, ist zu untersuchen.
|
||
Schließlich verweisen Pascual-Leone und
|
||
Greenberg(2007)darauf,dassdasErleben
|
||
(alseinMaßemotionalenVerarbeitens)als
|
||
einallgemeinerFaktor,derVeränderungen
|
||
über einzelne Verfahren hinweg erklärt,
|
||
fungieren könnte.
|
||
AufdemzweitenFaktorladenItems,die
|
||
eineÜbersetzungsfunktionwiderspiegeln.
|
||
DiePsychotherapie4·2023 285
|
||
## Page 7
|
||
Schwerpunkt: Künstlerische Therapien – Originalien
|
||
Indem der Zusammenhang und Wechsel
|
||
von Innerem und Äußerem so aktiv und
|
||
bewusst wie möglich durch das Medium
|
||
Tanz bzw. Bewegung gestaltet wird, kann
|
||
Relevantes konkret und greifbar werden.
|
||
DamitzeigtsicheineweitereÜbereinstim-
|
||
mung mitderzweiten Dimension dervon
|
||
DeWitte etal.(2021)gefundenengemein-
|
||
samenWirkfaktorenderKüTh:der Konkre-
|
||
tisierung(alsAusdruckvoneineminneren
|
||
psychischenAspektineinemkünstlerisch-
|
||
kreativen Produkt).
|
||
AufdemdrittenFaktorladenItemsdes
|
||
Gespiegeltwerdens in Worten und Bewe-
|
||
gungen durch die Therapeut*in. Spiegeln
|
||
wird eingesetzt, um emotionales Verste-
|
||
hen und Empathie für andere zu stei-
|
||
gern (Berrol 2006). McGarry und Russo
|
||
(2011)untersuchtenpotenzielleMechanis-
|
||
men des Spiegelns und verwiesen darauf,
|
||
dass durch das Verstehen der emotiona-
|
||
lenIntentionenanderereineverstärkteAk-
|
||
tivität in spiegelneuronalen Schaltkreisen
|
||
einsetzt.Spiegelnstellteinerseitseineneu-
|
||
ronale, andererseits eine soziale Synchro-
|
||
nisation dar, beim Imitieren des körper-
|
||
lichen/motorischen Verhaltens einer Per-
|
||
son.DieErgebnisseknüpfenandiebeste-
|
||
hendeForschung(Kochetal. 2015;Shuper-
|
||
Engelhard et al.2019;C h y l ee ta l .2020)
|
||
undsprechendafür, Gespiegeltwerdenals
|
||
bedeutsameMethodederDMTsowie Syn-
|
||
chronie als WF zu erforschen.
|
||
Die qualitativen Ergebnisse machen
|
||
deutlich, was von den Patient*innen in
|
||
der DMT als hilfreich bzw. wirksam erlebt
|
||
wurde. Auffallend ist, dass gerade die Ba-
|
||
sisthemen der Wahrnehmung besonders
|
||
viele Nennungen vorwiesen. Damit sind
|
||
die empirischen Daten kongruent mit der
|
||
theoretisch formulierten Arbeitsweise der
|
||
DMT,inderdieWahrnehmung einGrund-
|
||
k o n z e p ti s t .L a u tW i l k e(2006)i s te i n e
|
||
aktive Ausdrucksarbeit ohne Eindrücke,
|
||
also ohne sensible Sinneswahrnehmung,
|
||
nicht möglich. Demnach wird die Wahr-
|
||
nehmungdesKörpers,derBewegung,der
|
||
eigenenEmotionenundBedürfnisseinder
|
||
DMT genutzt, um therapeutisches Materi-
|
||
al zu entdecken und bewusst zu machen.
|
||
Dies schult die von den Patient*innen
|
||
häufig genannte Selbstwahrnehmung,
|
||
die wiederum ermöglicht, sich im thera-
|
||
peutischen Prozess und der Interaktion
|
||
r e a le rle be nzuk ön n e n .D a dur chka n ndi e
|
||
Problemaktualisierung erreicht werden
|
||
(Graweetal. 1994;Willke 2007).Gleichsam
|
||
wird die Fremdwahrnehmung geschult,
|
||
in dem die Wahrnehmung auf die Um-
|
||
gebung (z.B. Atmosphäre, Gestaltung,
|
||
Musik), Mitpatient*innen innerhalb der
|
||
Gruppe sowie Therapeut*in gelenkt wird,
|
||
was von den Patient*innen als hilfreich
|
||
beschrieben wurde.
|
||
Bemerkenswert erscheint, dass die Pa-
|
||
tient*innen in der Lage waren, präzise
|
||
zu beschreiben, was für sie in der DMT
|
||
hilfreich war. Somit steht ihre reflektier-
|
||
te Selbstauskunft mancher Lehrmeinung
|
||
gegenüber undbestärktPatient*innen als
|
||
Forschungsbeteiligte im Rahmen partizi-
|
||
pativer Gesundheitsforschung (Eberhard-
|
||
Kächele, persönliche Kommunikation,
|
||
25.09.2022) und im Shared Decision-
|
||
Making, was sich als Paradigma im the-
|
||
rapeutischen Prozess etabliert (Schrauth
|
||
und Zipfel2005).
|
||
Dass die Studie die 3 Wirkfaktorenbe-
|
||
reiche erstmals für die DMT untersucht,
|
||
ist eine Stärke. Positiv ist die Methoden-
|
||
verschränkung, mit der der thematischen
|
||
Umfänglichkeit Rechnung getragen wur-
|
||
de. Die Ergebnisse ermöglichen, weitere
|
||
Forschungsfragen abzuleiten. Der Mangel
|
||
einer KG stellt eine besondere Limitation
|
||
der Studie dar. Zudem lassen die Ergeb-
|
||
nisse,aufgrunddersehrheterogenen und
|
||
durchhoheKomorbiditätgekennzeichne-
|
||
t e nS t i c h p r o b e ,k e i n eA u s s a g e nü b e rd i e
|
||
WirkweisederDMTfürspezifischePopula-
|
||
tionen zu. Eine Weiterführung dieser Stu-
|
||
die, die diese und weitere Limitationen
|
||
adressieren kann, ist auf dem Weg. Wei-
|
||
terhinbezogsichdieErhebungaufDMTim
|
||
Gruppensetting,sodassdieErgebnissenur
|
||
bedingtaufdieDMT-Einzelarbeit übertra-
|
||
gen werden können. Inwiefern einzelne
|
||
WF auch in der therapeutischen Dyade
|
||
wirksam sind, bedarf weiterer Forschung.
|
||
Fazit für die Praxis
|
||
4 Tanz- und Bewegungstherapie (DMT) leis-
|
||
tet einen bedeutsamen Beitrag zur Be-
|
||
handlung von Patient*innen im klinischen
|
||
Kontext und hat in ihrer Anwendung als
|
||
integrativ-medizinisches Verfahren einen
|
||
besonderen Stellenwert im Behandlungs-
|
||
spektrum.
|
||
4 Zukünftig ist Embodiment innerhalb des
|
||
Wirkmechanismus der DMT, der künst-
|
||
lerischen Therapien und als allgemeiner
|
||
Wirkfaktor von Psychotherapie weiterzu-
|
||
erforschen.
|
||
Korrespondenzadresse
|
||
Sophia M. Estel
|
||
FachbereichPsychologie,Arbeitsgruppe
|
||
KlinischePsychologie,Philipps-Universität
|
||
Marburg
|
||
Gutenbergstr18,35037Marburg,Deutschland
|
||
sophia.estel@mailbox.org
|
||
Funding. OpenAccessfundingenabledandorga-
|
||
nizedbyProjektDEAL.
|
||
Einhaltung ethischer Richtlinien
|
||
Interessenkonflikt. S.M.EstelundS.C.Kochgeben
|
||
an,dasskeinInteressenkonfliktbesteht.
|
||
AllebeschriebenenUntersuchungenamMenschen
|
||
oderanmenschlichemGewebewurdenmitZustim-
|
||
mungderzuständigenEthikkommission,imEinklang
|
||
mitnationalemRechtsowiegemäßderDeklaration
|
||
vonHelsinkivon1975(inderaktuellen,überarbeiteten
|
||
Fassung)durchgeführt.VonallenbeteiligtenPatient/-
|
||
innenliegteineEinverständniserklärungvor.
|
||
Open Access.DieserArtikelwirdunterderCreative
|
||
CommonsNamensnennung4.0InternationalLizenz
|
||
veröffentlicht,welchedieNutzung,Vervielfältigung,
|
||
Bearbeitung,VerbreitungundWiedergabeinjegli-
|
||
chemMediumundFormaterlaubt,sofernSieden/die
|
||
ursprünglichenAutor(en)unddieQuelleordnungsge-
|
||
mäßnennen,einenLinkzurCreativeCommonsLizenz
|
||
beifügenundangeben,obÄnderungenvorgenom-
|
||
menwurden.
|
||
DieindiesemArtikelenthaltenenBilderundsonstiges
|
||
Drittmaterialunterliegenebenfallsdergenannten
|
||
CreativeCommonsLizenz,sofernsichausderAbbil-
|
||
dungslegendenichtsanderesergibt.Soferndasbe-
|
||
treffendeMaterialnichtunterdergenanntenCreative
|
||
CommonsLizenzstehtunddiebetreffendeHandlung
|
||
nichtnachgesetzlichenVorschriftenerlaubtist,istfür
|
||
dieobenaufgeführtenWeiterverwendungendesMa-
|
||
terialsdieEinwilligungdesjeweiligenRechteinhabers
|
||
einzuholen.
|
||
WeitereDetailszurLizenzentnehmenSiebitteder
|
||
Lizenzinformationauf http://creativecommons.org/
|
||
licenses/by/4.0/deed.de.
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– Eine Befragung von Patient*innen nach
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demMixed-MethodsAnsatz.Unveröffentlichte
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Masterarbeit:Philipps-UniversitätMarburg.
|
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FaizKW(2014)VAS–VisuellanalogSkala.TidsskNor
|
||
Legeforen134(3):323
|
||
FisherAJ,NewmanMG,MolenaarPC(2011)Aquan-
|
||
titativemethod fortheanalysisofnomothetic
|
||
relationships between idiographic structures:
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Dynamic patterns create attractor states for
|
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sustainedposttreatmentchange.JConsultClin
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Therapien:Waswissenwirundwielässtsichdas
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untersuchen?PsycholMed19:33
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|
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||
derTanz- undBewegungstherapie:Replik auf
|
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Tschacher,MuntundStorch.KörperTanzBeweg
|
||
2(4):3–15
|
||
KochSC,KunzT,LykouS,CruzRF(2014)Effectsofdance
|
||
movementtherapyanddanceonhealth-related
|
||
Abstract
|
||
Therapeutic factors of dance movement therapy in the clinical context.
|
||
A participatory multicenter study
|
||
Inamulticenter efficacystudy82psychiatric andpsychosomaticpatients answered
|
||
questionsaboutthemechanism ofactionofdancemovementtherapy (DMT).Itwas
|
||
hypothesized thatthere is(1)apositive effect ofDMTonstress(measuredwith the
|
||
visualanalogscale,VAS),self-efficacyexpectations(measuredwith thegeneral self-
|
||
efficacyshortscale,ASKU;Beierlein etal. 2012)and well-being (measuredwith the
|
||
Heidelbergstateinventory,HSI;Kochetal. 2016)and(2)changesinthethreeoutcomes
|
||
forthe treatment time couldbe predicted by general psychotherapy, creative arts
|
||
therapies, and specific factors ofDMT.The self-constructedquestionnaire DMT-SF
|
||
scaleto assess specificfactors ofDMTwas psychometrically explored.The results
|
||
showedasignificant improvementinalloutcomeswithlargeeffect sizes( p<0.0001;
|
||
η
|
||
p2=0.49).The changes in stress and well-being couldbe statistically significantly
|
||
predictedbythegeneralpsychotherapeutic efficacyfactors.FortheDMT-SFscalethe
|
||
studyfoundsatisfactorycriteriaaswellasathree-factorialsolutionwiththedimensions
|
||
ofembodiment,concreteness,and beingmirrored (with thevariance resolutionof
|
||
61.28%).Theadditionalqualitative analysisofthetextualstatements ofthe patients
|
||
aboutthemechanismofactionofDMTbundledavarietyoftherapeuticfactorsintosix
|
||
globalthemes inathematic network.TheDMTwasnamedbyhalfofthepatientsas
|
||
themosthelpfultherapyinthetreatment spectrum.ItbecameclearthatDMTmakes
|
||
asignificant contributionasanintegrative medicalprocedureintheclinicalcontext.
|
||
Furthermore,theresultsoftheDMT-SFscalesuggestedthat embodiment(herewith
|
||
anemphasisoninteroception,i.e.,theabilitytoperceiveone’sownbodilysignals)as
|
||
animportantgeneralfactorofDMTwithrespecttopsychotherapy ingeneral, should
|
||
begivenmoreweightandfurtherinvestigated infuturestudies.
|
||
Keywords
|
||
Stress·Self-efficacy·Psychologicalwell-being·Embodiment·MixedMethods
|
||
psychological outcomes:Ameta-analysis.Arts
|
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Psychother41(1):46–64
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awareness:aphenomenologicalinquiryintothe
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commongroundofbody-mindtherapies.Philos
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EthicsHumanitMed6:Artikel6
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OepenR,GruberH(2014)Anarttherapyprojectday
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Subjekt: Compliance wird Concordance und
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movement therapy for resilience-building in
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peoplelivingwithchronicpain.JPain16(4):111
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Shuper-Engelhard E, Shacham M, Vulcan M (2019)
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Clinical intervention using dance-movement
|
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psychotherapyforcouples:qualitativeresearch
|
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and clinical implications. Body Mov Dance
|
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Psychother14(3):128–142
|
||
Tschacher W, Storch M (2012) Die Bedeutung
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von Embodiment für die Psychologie und
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Psychotherapie.Psychotherapie17(2):259–267
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Tschacher W, Ramseyer F, Grawe K (2007) Der
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||
OrdnungseffektimPsychotherapieprozess:Re-
|
||
plikationeinersystemtheoretischenVorhersage
|
||
undZusammenhang mitdemTherapieerfolg.
|
||
ZKlinPsycholPsychother36:18–25
|
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TschacherW,MuntM,StorchM(2014)DieIntegration
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||
vonTanz,BewegungundPsychotherapiedurch
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||
DiePsychotherapie4·2023 287
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## Page 9
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VogelE,BlanckP,BentsH,ManderJ(2016)Wirkfaktoren
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in der Gruppentherapie: Entwicklung und
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Validierung eines Fragebogens. Psychother
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Psychotherapie-Debatte. Was Psychotherapie
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WiedenhoferS,KochSC(2017)Activefactorsindance/
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movement therapy: specifying health effects
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||
of non-goal-orientation in movement. Arts
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Psychother52:10–23
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WillkeE(2007)Tanztherapie:Theoretische Kontexte
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undGrundlagenderIntervention.Huber,Bern
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WrightMT (2013)WasistPartizipativeGesundheits-
|
||
forschung? Positionspapier der International
|
||
CollaborationforParticipatoryHealthResearch.
|
||
PrävGesundheitsf8(3):122–131
|
||
Fachnachrichten
|
||
So nutzen Studierende KI-Tools
|
||
KI-basierteTools wie Chat GPT sindunter
|
||
Studierendenbereitsweit verbreitet.Zwei
|
||
Drittel haben sie schon für ihr Studium
|
||
genutzt oder nutzen sie aktuell,wie eine
|
||
deutschlandweiteUmfragevonForschenden
|
||
aus dem Fachbereich Gesellschaftswis-
|
||
senschaften der Hochschule Darmstadt
|
||
(h_da) jetztergab.DieHälftederbefragten
|
||
StudierendenhatChatGPTschoneinmalfür
|
||
dasStudiumverwendet.6.311Studierende
|
||
aus 395 Universitäten und Hochschulen
|
||
hatten sich an der bundesweitenStudie
|
||
beteiligt.
|
||
Chat GPT & Co. verändern derzeit die
|
||
Bildungslandschaft. Vielerorts wird über
|
||
die Konsequenzen für künftige Lehr- und
|
||
Prüfungsformen diskutiert. Um hier eine
|
||
empirischeGrundlage zu schaffen,hat ein
|
||
TeamumProf.Dr.JörgvonGarrel,Professor
|
||
fürProzess-undProduktionsinnovationmit
|
||
SchwerpunktquantitativeSozialforschung,
|
||
Studierende anonym befragt, wie sie KI-
|
||
Tools im Studium nutzen und für welche
|
||
Zwecke. 63,2%derStudierendengabenan,
|
||
dass sie KI-basierteTools für das Studium
|
||
bereitseinmalgenutzthabenoder aktuell
|
||
nutzen. Jeder vierte Studierende sogar
|
||
schon häufig oder sehr häufig (25.2%).
|
||
Besonders oft genannt wurde Chat GPT:
|
||
48,9% der Befragten haben das Tool
|
||
bereitsverwendet.12,3%arbeitenmitder
|
||
deutschenÜbersetzungs-AnwendungDeepl.
|
||
Im Rahmen ihres Studiums nutzen
|
||
Studierende KI-basierte Tools häufig zur
|
||
KlärungvonVerständnisfragenundumsich
|
||
fachspezifischeKontexteerläuternzulassen
|
||
(35.6% aller Befragten), für Recherchen
|
||
und das Literaturstudium(28.6%) sowie
|
||
für Übersetzungen(26,6%) und um Texte
|
||
zu analysieren, zu verarbeiten und zu
|
||
erstellen(24.8%).Unterschiedezeigensich
|
||
nach Studienbereichen:Studierende der
|
||
Ingenieurwissenschaftenund Informatik
|
||
sowie aus dem Bereich Mathematikund
|
||
NaturwissenschaftennutzenKIs weiterhin
|
||
insbesondere für Programmierungen oder
|
||
Simulationen. Studierende der Geistes-
|
||
sowie Wirtschafts-, Rechts- und Sozial-
|
||
wissenschaftengaben an, sich Texte und
|
||
Analysenerstellenzulassenoderdie Tools
|
||
fürdieRechercheunddasLiteraturstudium
|
||
zu verwenden. Im Kunststudium ist die KI
|
||
häufig Ideengeberin,hilft bei Design und
|
||
Konzeptentwicklung.
|
||
„Uns war klar, dass das Thema aktuell
|
||
und relevant ist, aber mit einem solch
|
||
enormen Feedback haben wir nicht
|
||
gerechnet“,sagtStudienleiterProf. Dr. Jörg
|
||
vonGarrel.„DieStudieistnichtnureineder
|
||
erstenmitsolchhohemFeedback,siezeigt
|
||
auch, wie aktuell und brisant das Thema
|
||
ist:KI-basierteTools sindinder deutschen
|
||
Hochschullandschaftangekommenundsie
|
||
werdenintensivvonStudierendengenutzt.“
|
||
Fast 80% von ihnen benennen den
|
||
Grad der Wissenschaftlichkeitals wichtige
|
||
präferierte EigenschafteinesKI-basierten
|
||
Tools. Doch gerade hier schränkt Prof. Dr.
|
||
Jörg von Garrel ein. „Die Anwendungen
|
||
sind intelligent, aber durch statistische
|
||
Methoden und trainierteDatenbegrenzt.
|
||
Unseren wissenschaftlichenAnsprüchen
|
||
genügt Chat GPT nicht“, sagt der Gesell-
|
||
schaftswissenschaftler. Von Garrel hat
|
||
die KI selbst ausprobiert. „Der Text war
|
||
gut, aber die Quellenangabenzu meinen
|
||
wissenschaftlichenArbeitenwaren falsch
|
||
oderexistiertennicht.“Fachleutesprechen
|
||
von Halluzinationen,wenn die KI einfach
|
||
Antworten erfindet, weil sie nicht auf
|
||
entsprechendeDatentrainiertwurde.
|
||
Für eine gute Lehre müsse daher
|
||
künftiggelten:„KI-Tools sindeinWerkzeug,
|
||
aber kein Ersatz für wissenschaftliches
|
||
Arbeitenoder gründliche Recherche.“Prof.
|
||
Dr. Jörg von Garrel mahnt zur kritischen
|
||
Reflektion: „Richtig mit Chat GPT & Co.
|
||
umzugehen, muss Inhalt unserer Lehre
|
||
werden“.
|
||
Publikation: Joerg von Garrel, Jana Mayer,
|
||
Markus Mühlfeld (2023): Künstliche In-
|
||
telligenz im Studium - Eine quantitative
|
||
Befragung von Studierenden zur Nut-
|
||
zung von ChatGPT & Co. Online unter:
|
||
https://doi.org/10.48444/h_docs-pub-395
|
||
Quelle: Hochschule Darmstadt
|
||
(http://www.h-da.de [29.06.2023])
|
||
288 DiePsychotherapie4·2023 |