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choreografiekonzepte_kurz Tamara Gassner 2026-02-23 16:05:25 choreografiekonzepte_kurz.pdf

choreografiekonzepte_kurz

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Choreografie Vom Tanzschritt zur Choreografie Definition Choreografie bedeutet wörtlich die „Niederschrift des Tanzes“. Ursprünglich verstand man darunter die Notation von Tanzschritten, heute bezeichnet der Begriff weit mehr: die bewusste Gestaltung und Anordnung von Bewegungen im Raum und in der Zeit. Eine Choreografie kann ein kurzes Solo, eine Unterrichtssequenz, eine abendfüllende Tanzproduktion oder auch eine Inszenierung in anderen Bereichen sein etwa in Theater, Performance, Kampfkunst oder sogar in Licht- und Klanginstallationen. Choreografie ist damit nicht nur ein Produkt, sondern vor allem ein Prozess: das Erfinden, Ausprobieren, Ordnen und Einstudieren von Bewegungen. Die Tanztheoretikerin Doris Humphrey schrieb dazu bereits 1959 in The Art of Making Dances: „Choreografie ist das sichtbar gemachte Denken des Körpers.“ Diese Definition macht deutlich: Choreografie ist zugleich Handwerk, Kunstform und Ausdrucksmittel. Choreografie als Handwerk Oft wird Choreografie mit „Eingebung“ oder künstlerischem Genie verbunden. Tatsächlich besteht ein grosser Teil aus handwerklichen Entscheidungen, die erlernbar und reflektierbar sind. Der Choreograf William Forsythe beschreibt den Prozess als „räumliches Denken in Bewegung“ also als Arbeit mit klaren Parametern wie Raum, Zeit, Dynamik und Form. Das Handwerk der Choreografie lässt sich in vier wesentliche Kompetenzfelder unterteilen: 1. Visionäres Denken / Projektplanung von der ersten Idee über die Zielgruppe bis hin zur organisatorischen Umsetzung. 2. Gestalterisches Bewusstsein / Kompositorisches Wissen dramaturgische Entscheidungen, Musikauswahl, Umgang mit Bühne, Licht, Kostüm. 3. Kenntnis der Prozesse von Tanz- und Bewegungsgestaltung Arbeit mit Raum, Zeit, Rhythmus, Dynamik und Stil. 4. Pädagogik / Teamleitung das Leiten von Gruppen, das Schaffen eines produktiven Klimas und die Verantwortung für den gesamten Prozess. Der Kulturjournalist Thomas Hahn (Süddeutsche Zeitung, 2023) schrieb über die Arbeit von Choreograf:innen: „Die Kunst liegt weniger darin, Bewegungen zu erfinden, als vielmehr darin, sie zu strukturieren und Bedeutung in ihnen erkennbar zu machen.“ Damit wird klar: Choreografie ist nicht nur Inspiration, sondern eine bewusste Auseinandersetzung mit Material, Form und Wirkung.

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Projektplanung Am Anfang steht eine Idee, eine Geschichte, ein Bild oder manchmal einfach ein Impuls. Doch damit aus einer Idee ein Stück wird, braucht es Planung. Idee/ Geschichte/ Problemstellung/ Vernetzungen/ Projektauftrag/ Ziele/ Zielgruppen/ Organisation/ Leitung und Team/ Vorgehen/ Terminplan/ Strukturplan/ Ressourcen/ Beteiligungen/ Risiken/ Marketing/ Controlling/ Budget/ Dokumentation/ Evaluation Gestalterisches Bewusstsein Was soll wo, wann und wie geschehen? Dramaturgie/ Bühnenbild/ Musik/ Kostüme/ Licht • Wann soll der Raum wo bespielt werden? • Was soll wie lange oder kurz geschehen? • Welcher Spannungsbogen passt zu meiner Idee? Prozesse der Tanz-, Bewegungsgestaltung Die Bewegungsgestaltung als Teil des choreografischen Handwerks lässt sich an drei Grundparametern beschreiben, die sich immer wieder durchdringen Raum: • Ebenen • Richtungen • Wege Zeit: • Geschwindigkeit • Rhythmus Dynamik: • Spannungswechsel • Ausführung und Stil Teamleitung Choreografie ist fast immer Gruppenarbeit. Selbst bei Soli braucht es Zusammenarbeit mit Technik, Dramaturgie, Organisation. Daher gehört Führungskompetenz genauso zum Handwerk. Die fünf Prinzipien guter Teamleitung sind: 1. Verantwortung übernehmen 2. Ergebnisorientierung 3. Konzentration auf Stärken 4. Gutes Klima 5. Vertrauen schaffen

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Choreografie für den Unterricht vs Choreografie für den Auftritt >> Die Choreografie, welche man für die Schüler/innen im Unterricht vorbereitet, basiert auf den Kompetenzen und ist die Vertiefung von gelerntem Bewegungsmaterial. >> Die Choreografie für eine Show Ist gleich zu stellen mit einem Choreografie Konzept und beinhaltet nebst den 5 simply steps eine ganze Projektplanung.

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