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title: Sportschule
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source: Sportschule.pdf
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# Sportschule
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## Page 1
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23 komplette Unterrichtseinheiten
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für die Klassen 1 bis 5
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Stephanie Lichtenthaler • Svenja Konowalczyk
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Stephanie Lichtenthaler studierte Sportwissenschaft mit den Schwerpunkten Bewegungs
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theater und Elementarer Tanz an der Deutschen Sporthochschule Köln. Danach arbeitete sie
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am Institut für Tanz und Bewegungskultur und dem Institut für Schulsport und Schulentwick
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lung der DSHS und war neben ihrer Lehrtätigkeit in den Fächern Rhythmik, Tanz, Gymnastik
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und Bewegungstheater als Tanzpädagogin an Grund und weiterführenden Schulen tätig. Seit
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Februar 2008 ist sie Dozentin für Tanz, Gymnastik, Darstellen, Gestalten und Gerätturnen und
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Fachleiterin für Gymnastik/Tanz am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Ruprecht
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Karls Universität Heidelberg.
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Svenja Konowalczyk promovierte im Bereich Sportpädagogik an der Ruprecht Karls Universi
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tät Heidelberg. Anschließend war sie im Rahmen des drittmittelgeförderten Verbundprojekts
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„Tanz und Bewegungstheater – Ein künstlerisch pädagogisches Projekt zur kulturellen Bildung
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in der Ganztagsgrundschule“ an der Philipps Universität Marburg angestellt. Seit 2017 ist sie
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Fachleiterin für Gymnastik/Tanz und Gerätturnen am Institut für Sport und Sportwissenschaft
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der Technischen Universität Dortmund.
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Sportstunde Grundschule • Sportprojekte in der Grundschule
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In diesem Buch werden zentrale Themen und Inhalte des Bereichs Tanzen, Gestalten und Dar
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stellen für das Grundschulalter aufgegriffen. Ausgehend von den Grundschullehrplänen der
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16 Bundesländer werden vielfältige Ideen aufgezeigt, wie Tanzen, Gestalten und Darstellen im
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Unterricht thematisiert und durchgeführt werden können. Im Anschluss an die zentralen
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didaktisch methodischen Vorüberlegungen werden neun Stundenentwürfe für die 1. und
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2. Klassen sowie neun Stundenentwürfe für die 3. und 4. Klassen vorgestellt. Zudem werden
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fünf Stundenentwürfe für den Übergang in die 5. Klasse beschrieben, die gleichermaßen
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Gelegenheiten zum Ausprobieren, Erfinden und Präsentieren von tänzerischen Bewegungs
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und Ausdrucksformen bieten. Die Planung der Stunden ist für jeweils 60 Minuten konzipiert,
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wobei zahlreiche Möglichkeiten zur Verlängerung oder Verkürzung der Einheiten ausgewiesen
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werden. Die Inhalte und Methoden können auch in außerschulischen Bereichen gewinn
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bringend angewendet werden.
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Tanzen
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Gestalten
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Darstellen
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in der Primarstufe
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9 783778 028704
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7
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Stephanie Lichtenthaler • Svenja Konowalczyk
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Inhaltsverzeichnis 3
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Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
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I Didaktische und methodische Vorüberlegungen
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1 Tanzen, Darstellen und Gestalten
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in den Grundschullehrplänen ............................ 9
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2 Grundkonzeption ......................................... 19
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Die strukturierte Improvisation .......................... 19
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Unterrichten durch Vorgeben, Aufgeben und Anregen .. 20
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Didaktische Grundkonzeption ............................ 21
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3 Praktisches Handwerkszeug .............................. 25
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4 Erläuterungen zu den Stundenentwürfen ............... 44
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Organisatorische und methodische Hinweise ............ 44
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„Füllmaterialien“ für 90 Minuten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
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II Stundenentwürfe für die Klassen 1 und 2
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Stunde 1: Bewegungsform Laufen ........................... 53
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Stunde 2: Metrik, Takt, Rhythmus ........................... 58
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Stunde 3: Gestaltungskriterium Raum ...................... 63
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Stunde 4: Gestaltungskriterium Dynamik ................... 67
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Stunde 5: Farben ............................................. 71
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Stunde 6: Jahreszeit Frühling (Material: Tücher) ............ 75
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Stunde 7: Jahreszeit Sommer (Eismaschine/Transportieren) . 80
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Stunde 8: Jahreszeit Herbst (Blätter) ........................ 85
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Stunde 9: Jahreszeit Winter (Windlicht) ..................... 90
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Stunde 10: Abschlussgestaltung zum Projekt „Jahreszeiten“
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mit Kindern der 1. und 2. Klasse ................. 94
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||
Inhaltsverzeichnis
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Tanzen, Gestalten, Darstellen in der Primarstufe4
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III Stundenentwürfe für die Klassen 3 und 4
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Stunde 11: Gestaltungskriterium Zeit ........................ 99
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Stunde 12: Gestaltungskriterium Form ...................... 103
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Stunde 13: Bezug zwischen Partnern und Gruppe ........... 108
|
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Stunde 14: Scooter-Roller .................................... 112
|
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Stunde 15: Haiku ............................................. 116
|
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Stunde 16: Freundschaft ..................................... 121
|
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Stunde 17: Steinzeit I (Laufen) ............................... 125
|
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Stunde 18: Steinzeit II (Ablauf Laufen und Klettern) ........ 128
|
||
Stunde 19: Steinzeit III (Anspringen) ........................ 131
|
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IV Stundenentwürfe für den Übergang in die Klasse 5
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Stunde 20: Bewegungsgrundformen
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||
Laufen, Rutschen, Rollen – umgesetzt
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mit der inhaltlichen Idee: Albtraum ............. 137
|
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Stunde 21: Tanztechnik/Fertigkeit Hip-Hop .................. 143
|
||
Stunde 22: Gymnastik mit dem Ball/Basketball ............. 148
|
||
Stunde 23: Material/Gerät Sporthocker ...................... 153
|
||
Stunde 24: Inhaltliche Bewegungsidee Wasser .............. 159
|
||
Anhang
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Musikverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
|
||
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
|
||
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird die männliche Form verwendet.
|
||
Die Begriffe Lehrer, Schüler, Tänzer, … meinen immer auch Lehrerinnen,
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||
Schülerinnen und Tänzerinnen.
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5
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||
Einleitung
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||
Tanzen, Gestalten und Darstellen
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||
sind wichtige Bestandteile in
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den Grundschullehrplänen
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der 16 Bundesländer. Dennoch
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||
haben viele Lehrkräfte vor ihrem
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||
Studium keine tänzerischen
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Vorerfahrungen oder aber nur
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||
Erfahrungen mit bestimmten
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Tanz formen. Es gibt nicht den einen Tanz, wie zum Beispiel univer -
|
||
sale Regeln beim Fußball, sondern vielfältige Auslegungen und
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||
Erscheinungsformen. Das führt dazu, dass selbst Tänzerinnen und
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||
Tänzer die unter schied lichsten Hintergründe mitbringen. Im Stu -
|
||
dium selbst ist die Aus bildung häufig zu kurz, um alles aufzufan -
|
||
gen und die zahlreichen Formen und Arten des Tanzes in der
|
||
Gesamtheit abzudecken.
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||
Bei der Thematisierung des Tanzes im Unterricht, stellt sich für die
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Lehrkraft daher bereits zu Beginn die Frage, welche Zielsetzungen
|
||
verfolgt, welche Themen und Inhalte aus der bunten Vielfalt aus-
|
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gewählt werden sollen und wie eine mögliche Durchführung
|
||
aus sehen kann. An dieser Stelle knüpft das vorliegende Buch an
|
||
und bietet Anregungen und Hilfestellungen für Lehrkräfte zur
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||
Thematisierung und Umsetzung des Bereichs Tanzen, Gestalten
|
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und Darstellen im Grundschulsport. Dabei wendet sich das Buch
|
||
sowohl an Lehrkräfte, die bisher keine eigenen tänzerischen Erfah-
|
||
rungen im Lebenslauf gemacht haben oder vielleicht auch fach-
|
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fremd Sport unterrichten, als auch an Lehrkräfte, bei denen der
|
||
Tanz in der eigenen Sportkarriere enthalten ist.
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||
Uns ist es wichtig, dass der Tanz in der Schule seinen Platz erhält.
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Nicht nur mit Blick auf die pädagogische Perspektive „Sich körper-
|
||
lich ausdrücken, Bewegungen gestalten“ kann dem Tanz ein Allein-
|
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stellungsmerkmal zugesprochen werden, sondern auch im Rahmen
|
||
der Perspektive „Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungs -
|
||
erfahrungen erweitern“ spielt er eine zentrale Rolle. Darüber hinaus
|
||
bietet der Tanz vielfältige Möglichkeiten der Auseinandersetzung
|
||
Einleitung
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## Page 5
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||
Tanzen, Gestalten, Darstellen in der Primarstufe6
|
||
mit dem eigenen Körper sowie des Erfindens, Kreierens und
|
||
bestenfalls auch Präsentierens.
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Die einzelnen Kapitel des vorliegenden Buches bauen zwar grund-
|
||
sätzlich aufeinander auf – sind jedoch auch für sich selbst stehend
|
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verständlich. In Kapitel 1 des Buches wird zunächst ein Überblick
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über den Bereich Tanzen, Darstellen und Gestalten in den Grund-
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||
schullehrplänen gegeben. Dabei werden als Grundlage für die
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||
Unterrichtseinheiten im Praxisteil des Buchs vor allem die inhalts -
|
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bezogenen Kompetenzbereiche für das Bewegungsfeld dargestellt.
|
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Darauf aufbauend folgt in Kapitel 2 die Vorstellung unseres
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||
Konzepts zum kreativen Bewegungsunterricht. Die Ansätze der
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struk turierten Improvisation und des Unterrichtens durch Vorge -
|
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ben, Aufgeben und Anregen bilden hierfür die Basis. Wir legen in
|
||
unserer didak tischen Grundkonzeption den Schwerpunkt auf den
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||
Tanz und das Gestalten und messen aber auch einem Produkt zum
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||
Abschluss einer Unterrichtsstunde Bedeutung zu.
|
||
Kapitel 3 umfasst praktisches Handwerkzeug, also die Grund -
|
||
ausstattung, um Tanz unterrichten zu können. Hierzu zählen
|
||
zum Beispiel das Wissen um den Takt und Rhythmus oder aber
|
||
auch verschiedene Kriterien zur Gestaltung. Bevor die Stundenent-
|
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würfe für die Klassen 1 und 2, 3 und 4 sowie 5 umfassend dargelegt
|
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werden, finden in Kapitel 4
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Erläuterungen zu den Stunden -
|
||
entwürfen statt. Dabei geben
|
||
wir neben organisatorischen
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||
und methodischen Hinweisen
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||
auch „Füllmaterialien“ an die
|
||
Hand, mit denen einzelne
|
||
Stunden beliebig erweitert
|
||
werden können.
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## Page 6
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||
Praktisches Handwerkszeug 25
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||
Um Tanz zu unterrichten ist erstens eine kleine Grundausstattung
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wichtig – ähnlich wie bei einem Werkzeugkasten, in dem Utensilien
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wie Hammer, Schraubenzieher, Zange und Nägel nicht fehlen
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||
dürfen. Zweitens wird ein bestimmtes Maß an Hintergrundwissen
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benötigt, um die Stundenentwürfe dieses Buches kompetent in die
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Praxis umsetzen zu können. Im Folgenden wird – auf der Basis
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||
einer Zusammenschau verschiedener Literaturquellen (u. a. Adam,
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2003; Beck & Maiberger, 2005; Becker, 2018; Datzer, Liesen, Marquardt,
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||
Metz & Tiedt, 2007; Drefke & Vent, 1988; Ellermann & Martin, 1998;
|
||
Lichtenthaler, 2007b; Meusel & Wieser, 1995; Pollähne & Postuwka,
|
||
1995a; Tiedt, 1995b) – auf diese beiden Aspekte eingegangen.
|
||
Tanzunterricht funktioniert fast immer nur mit
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Musik . Dem Thema
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entsprechend, muss – wie bei den Stundenentwürfen in diesem
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Buch – Musik gesucht und ausgewählt werden. Für die eigenstän
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dige Planung ihres Unterrichts brauchen die Lehrkräfte daher eine
|
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gewisse Sicherheit im Umgang mit und bei der Umsetzung von
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musiktheoretischen Begriffen. Auch die Schüler sollen diese wich
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tigen Begriffe lernen und begreifen. Es gibt sogar Stundenentwürfe,
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deren explizites Ziel das Erlernen und Unterscheiden dieser
|
||
musik
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||
theoretischen Grundlagen ist.
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Die größte musikalische Einheit ist das Metrum . Das Metrum ist
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der Grundschlag der Musik und wird auch beat oder Puls genannt.
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Diese Grundschläge eines Musikstücks sind alle gleich lang und
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gleich betont. Das Metrum gibt das Tempo an; daher hat das
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Metronom seinen Namen. Durch die Angabe oder das Zählen
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von „beats per minute“ (bpm) kann das Tempo erkannt werden.
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Im Tanzen spricht man auch von Zählzeiten (ZZ). Würde man das
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Metrum auf ein Blatt Papier zeichnen und dadurch bildlich fest
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halten, wären auf dem Blatt unausgemalte, gleich große Kreise in
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||
regelmäßigen Abstand zu sehen:
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3 Praktisches
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||
Handwerkszeug
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||
Tanzen, Gestalten, Darstellen in der Primarstufe26
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||
Die nächstkleinere Einheit ist der Takt . Der Takt gliedert den
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Grundschlag in betonte und unbetonte Zeiteinheiten. Die einzelnen
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Einheiten sind durch Taktstriche gegliedert. Vor der betonten ersten
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ZZ, der 1, wird der Taktstrich gesetzt. Für die Musikauswahl in der
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Grundschule spielt der
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4 ⁄4 Takt die wichtigste Rolle, bei dem nach
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vier Viertelnoten wieder die betonte erste Note folgt. Es gibt gerade
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und ungerade Taktarten; beim
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3 ⁄4 Takt z. B. wird auch die erste Note
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betont, es folgt die zweite Viertelnote und nach der dritten kommt
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der Taktstrich bevor wieder die 1 betont wird. Hält man den
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4 ⁄4 Takt
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bildlich fest, sähe das folgendermaßen aus:
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Es folgt der Rhythmus . Beim Rhythmus handelt es sich um die
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unterschiedliche Zeiteinteilung und Akzentuierung der Noten
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innerhalb der Taktstriche. Bleiben wir beim
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4 ⁄4 Takt, so müssen
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wir beim Zusammenrechnen der Notenwerte innerhalb von zwei
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Taktstrichen immer auf die Zahl 4 kommen. Dafür muss man
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wissen, dass eine ganze Note 4 ZZ gehalten wird, eine halbe 2,
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eine Viertel 1 und eine Achtelnote eine halbe ZZ, also nur ein „und“.
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Beginne ich beim „Bauen“ meines eigenen Rhythmus mit einer
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halben Note, so habe ich danach entweder die Möglichkeit noch
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eine halbe Note oder zwei Viertelnoten oder eine viertel und zwei
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Achtelnoten oder vier Achtelnoten anzubauen:
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1,2, 3,4 1,2, 3, 4 1,2, 3, 4 und 1,2 3 und 4 und
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Ein Rhythmus ist gegliedert, hat einen Anfang und ein Ende und
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ist somit wiederholbar. Gut erklärbar ist er auch mit Hilfe eines
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Anfeuerungsrufes, z. B.
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Deutschland vor, noch ein Tor
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1, 2, 3,4, 1, 2, 3,4
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||
Welche Bedeutungen haben diese Aspekte nun für den Tanz
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unterricht?
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## Page 8
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||
Praktisches Handwerkszeug 27
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||
Ein Einstieg in den Unterricht ist oft, die Schüler zur Musik gehen
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zu lassen. Die Anweisung lautet dann: „geht im Metrum der Musik“
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oder: „geht im Tempo der Musik“ – und nicht im „Rhythmus“ der
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Musik, was die meisten unerfahrenen Tanzunterrichtenden sagen.
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Das wäre eine etwas andere Aufgabe, die an dieser Stelle aber
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meistens nicht gewollt ist.
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Ein weiterer wichtiger Punkt im Tanzunterricht ist das „Zählen“ zu
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Musik oder auch das Zählen als Bewegungsbegleitung ohne Musik.
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Gerade zu Beginn des Erlernens eines Bewegungsablaufs überfordert
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es die Schüler, wenn sofort Musik dazu abgespielt wird. Oft braucht
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es erst ein langsameres Tempo. Beim „Zählen“ kann das Tempo
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optimal auf die Lernsituation der Schüler angepasst und so lange
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gesteigert werden, bis der Ablauf in der Musikgeschwindigkeit
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beherrscht wird. Auch beim Tanzen zu Musik, kann es erleichternd
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sein, wenn zunächst noch unterstützend gezählt wird. Wenn man
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mit Musik im
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4 ⁄4 Takt arbeitet, was in der Grundschule meistens
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der Fall ist, wird im Tanzunterricht bis zur ZZ 4 (also über einen
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Takt) oder bis zur ZZ 8 (also über eine Phrase) gezählt. Unter einer
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Phrase versteht man die musikalisch sinnvolle Gliederung von
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Tongruppen, man spricht auch von einem Spannungsbogen.
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Tanzen, Gestalten, Darstellen in der Primarstufe108
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Stunde 13: Bezug zwischen Partnern und Gruppe
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Stundenabschnitte und Unterrichtsinhalte Organisatorische Hinweise
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Aufwärmphase
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1 Schattenlaufen zu zweit
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• Zwei Kinder bewegen sich hintereinander
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• Das vordere Kind gibt die Bewegung vor, das hintere kopiert
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wie ein Schatten
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• Auf Signal Wechsel der Rollen
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2 Tanztechnik
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• Paralleler, schulterbreiter Stand
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• Aufrechte und „offene“ Körperhaltung
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• Mit dem Kopf beginnend den Oberkörper abrollen,
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die Arme hängen locker und entspannt nach unten,
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die Beine sind gestreckt
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• Am tiefstmöglichen Punkt Beine beugen, Kopf und
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Arme hängen ganz entspannt
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• Beine wieder strecken
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• Wirbel für Wirbel bis zum Aufrichten des Kopfes aufrollen
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• Hände und Arme am Körper entlang nach oben bringen,
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dabei in den Hochzehenstand gehen
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• Position einen Moment halten
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• Arme gestreckt über die Seite nach unten bringen,
|
||
Gewicht wieder auf den ganzen Fuß verteilen
|
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Ablauf mehrere Male wiederholen.
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||
Musik: „Liebe in Nairobi“ (Niki Reiser)
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109
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Klasse 3 und 4
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Stundenabschnitte und Unterrichtsinhalte Organisatorische Hinweise
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Hauptphase
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3 Umsetzen von Bildern im Team
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Immer zwei Kinder ziehen einen Umschlag, indem sich
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ein Bild zu folgenden Themen befindet:
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• Spiegel
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• Marionette
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• Schatten
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• Echo
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• Groß und Klein (Gegensätze)
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• Frage-Antwort
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In kurzer Zeit sollen die T eams sich überlegen, wie sie
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das Bild in Bewegung umsetzen können (alltägliche oder
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tänzerische Bewegungen möglich).
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4 Präsentation und Quiz
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• Die T eams präsentieren ihre Lösungen
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• Die Gruppe versucht den dargestellten Begriff zu erraten
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Sammeln der Begriffe auf einem an der Wand hängenden Plakat.
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## Page 11
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||
Tanzen, Gestalten, Darstellen in der Primarstufe110
|
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Stundenabschnitte und Unterrichtsinhalte Organisatorische Hinweise
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5 Erlernen eines Bewegungsablaufs
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ZZ 1–2: Nachstellschritt rechts vorne
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ZZ 3–4: Nachstellschritt links vorne
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ZZ 5: Schritt mit rechts nach rechts hinten
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ZZ 6: „Tip“ mit links zurück
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ZZ 7: Schritt mit links nach links hinten
|
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ZZ 8: „Tip“ mit rechts zurück
|
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ZZ 1–4: Schrittdrehung nach rechts
|
||
ZZ 5–8: Schritt links zur Seite, Schritt rechts kreuzt hinter links,
|
||
Schritt links zur Seite, Schritt rechts ran (Grapevine)
|
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ZZ 1–2: Schritt rechts diagonal nach vorne, Schritt links
|
||
schulterbreit daneben (V-Schritt)
|
||
ZZ 3–4: Sprung in Schlussstellung, Sprung in Grätschstellung,
|
||
Beine gebeugt
|
||
ZZ 5–6: In der Position Rumpf beugen und mit den Händen
|
||
2-mal auf den Boden schlagen
|
||
ZZ 7–8: Schritt rechts in die Mitte, Schritt links ran,
|
||
dabei Oberkörper aufrichten
|
||
ZZ 1–4: Schrittdrehung nach links
|
||
ZZ 5–8: Schritt rechts zur Seite, Schritt links kreuzt hinter rechts,
|
||
Schritt rechts zur Seite, Schritt links ran (Grapevine)
|
||
Musik: „Ananas“ (T osca)
|
||
## Page 12
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||
111
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||
Klasse 3 und 4
|
||
Stundenabschnitte und Unterrichtsinhalte Organisatorische Hinweise
|
||
6 Gestaltungsaufgabe
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Umgestaltung des zuvor erlernten Ablaufs.
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||
Mindestens zwei der zuvor kennengelernten Formen
|
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sollen eingebaut werden.
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Musik: „Ananas“ (T osca)
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7 Präsentation der Ergebnisse
|
||
Die Kleingruppen präsentieren ihre Ergebnisse.
|
||
Die Zuschauenden erraten, welche Formen eingebaut wurden.
|
||
Stundenausklang
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||
8
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||
Möglichkeit zu kürzen: Weglassen.
|
||
Bewegen in der Gruppe
|
||
Einführung von verschiedenen Wellenbewegungen,
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||
z. B. La-Ola-Welle, Armwelle, Drehwelle.
|
||
Möglichkeit zu verlängern: Spiel (siehe Füllmaterial).
|